ASUS, HTC und Gigabyte – was diese Unternehmen gemeinsam haben? Sie alle stammen von der Hightech-Insel im chinesischen Meer.

Taiwan und Hightech – diese beiden Begriffe gehen für viele Europäer nicht wirklich zusammen. Tief sitzen die Assoziationen, die Produkte aus Südostasien pauschal mit minderwertiger Qualität verknüpfen. Wie überholt solche Vorurteile sind, macht Taiwan auf besonders eindrückliche Art und Weise deutlich.

Reger Austausch

Zunächst bleibt festzuhalten: ein großer Teil der Deutschen nutzt täglich taiwanische Produkte, ohne sich dessen bewusst zu sein. Zugegeben, Namen wie Acer, MSI oder Giant lassen nicht auf den ersten Blick auf ihre taiwanische Herkunft schließen, doch auch sie stammen von der Insel. Und damit nicht genug: „In jedem deutschen Automobil, von Daimler, BMW oder Volkswagen, finden Sie mindestens ein Produkt aus Taiwan“, erklärte vor einigen Jahren der taiwanische Botschafter in Berlin, Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh.
Für Taiwan ist Deutschland der wichtigste Handelspartner in der Europäischen Union. Dies gilt besonders für die Freizeit-, Elektronik- und speziell die Gaming-Branche – beim Export von Fahrrädern liegt die Bundesrepublik sogar weltweit auf Platz drei.

Der Radstall der Welt

Ein buchstäblicher Technologieriese ist Taiwan im Bereich professioneller Mountainbikes und Rennräder. Denn mit Giant stammt der weltweit größte Radkonzern von der Insel. 1972 in der Nähe der Hauptstadt Taipeh gegründet ist das Unternehmen inzwischen weit über die Grenzen Asiens bekannt. Entscheidend dafür war vor allem der Innovationsgeist des Unternehmens: „Wir haben leichtere, stabilere Aluminiumrahmen eingeführt in einer Zeit, als Rahmen aus Stahl Industriestandard waren. Wir waren die ersten, die Bikes aus Carbon weltweit verfügbar gemacht haben.“, heißt es auf der Firmen-Webseite.

Doch neben dem Platzhirsch können noch eine ganze Reihe anderer Radhersteller Taiwan ihre Heimat nennen. Mit einem Design- und Entwicklungszentrum in Baden-Württemberg macht beispielsweise Merida klar, wie zentral der deutsche Markt für taiwanische Bike-Hersteller ist. Das erklärte Ziel von Firmengründer Ike Tseng: das Image von „Made in Taiwan“ international zu verbessern. Im aufstrebenden E-Bike-Segment hoffen nun auch bisher weniger bekannte Marken wie BESV – kurz für Beautiful, Eco-Friendly, Smarter, Vision – Fuß fassen zu können.

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Technologie im Alltag

Bekannte Marken hat Taiwan jedoch auch im Elektronik-Bereich zu bieten, und zwar eine ganze Menge. Mit Acer, ASUS, und HTC drängen sich einige der bedeutendsten Vertreter der Computer- und Mobilfunkbranche auf einer Fläche, die in etwa halb so groß ist wie das Bundesland Bayern. Anders als in manchem Nachbarland setzte man in Taiwan dabei früh auf Qualität – heute genießt Taiwan einen ausgezeichneten Ruf in der Informations- und Kommunikationstechnik und der Halbleiterindustrie.

Traditionsmarken wie Acer (gegründet 1976) oder Asus (gegründet 1989) hatten daran einen großen Anteil. Und dafür, dass dies so bleibt, sorgt Taiwan mit Initiativen wie dem „Asia Silicon Valley“. Damit möchte die Regierung die Startup-Szene und innovative Jungunternehmer stärken und sich gezielt auf Herausforderungen wie das Internet der Dinge vorbereiten. Unter anderem stehen dafür Fördertöpfe im Forschungs- und Entwicklungsbereich bereit – fast drei Milliarden Euro waren es 2017.

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Erprobte Gaming-Expertise

ASUS, Acer, MSI und Gigabyte – das sind die vier größten Hersteller von Gaming-Zubehör in Taiwan. Alle vier sind auch unter deutschen Zockern unter ihren Gaming-spezifischen Markennamen äußerst beliebt. Unter der Marke „Republic of Gamers“ vertreibt etwa ASUS professionelle Gaming-Notebooks und Zubehör jeglicher Art, und auch Acer und Gigabyte bietet mit der „Predator“- bzw. „AORUS“-Linie Hochleistungsprodukte speziell für die Zielgruppe. Für MSI sind die Gaming-Produkte mit Drachen-Signet gar das Aushängeschild des Unternehmens, und Marken wie Thermaltake haben sich fast ausschließlich auf Gaming-Produkte spezialisiert.

Konsequenterweise sind alle fünf Hersteller in der eSport-Szene aktiv – ob als Sponsoren oder Veranstalter. Das überaus erfolgreiche Counterstrike-Team „Ninjas in Pyjamas“ etwas wird von Republic of Gamers (ROG) ausgestattet – sowohl im täglichen Training als auch für Turniersituationen. Und die „Evil Geniuses“, regelmäßig in der Top-Ten der erfolgreichsten eSport-Teams, werden von AORUS gesponsort. Thermaltake unterstützt in seinem „Team Thermaltake“ fünf sogenannte Squads, darunter „Epikk Esports“, ein Team deutscher eSports-Veteranen. Acer dagegen unterstützt keine individuellen Teams, sondern kooperiert mit den Veranstaltern. Als offizieller globaler Partner der Intel ® Extreme Masters (IEM) ist die Marke an eSports-Turnieren auf der ganzen Welt beteiligt.

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