Die Auswirkungen der Digitalisierung sind allgegenwärtig, aber kaum eine andere Branche ist davon so stark betroffen wie der Gesundheitssektor. Grund dafür sind vor allem zwei technologische Weiterentwicklungen: Das Internet of Things (kurz IoT), das Maschinen und Daten mit einander vernetzt, und künstliche Intelligenz (KI) um diese Daten auszuwerten und zu analysieren. Der Traum von einem längeren und gesünderen Leben rückt damit einen Schritt näher.

Von IoT-Anwendungen verspricht sich die Gesundheitsindustrie viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Patienten. So sollen Gesundheitsdaten wesentlich sicherer gespeichert und besser verwaltet werden können. Ärzte erhalten so ein besseres Gesamtbild über den Gesundheitszustand von Patienten und können Behandlungen individueller und effektiver auf den Einzelfall abstimmen. Auch präventive Behandlungen sind dadurch besser möglich. IoT-Lösungen werden auch den Zugang zu Gesundheitsdiensten erleichtern, was die Gesundheit und das Wohlbefinden der Patienten verbessern wird. Zu diesen Ergebnissen kam im Rahmen des Mobile World Congress 2019 die Konferenz „A life of well-being thanks to the intelligent technological solutions of Taiwan“ („Intelligente Technologielösungen aus Taiwan für mehr Wohlbefinden „). „Wir sind der Meinung, dass wir durch die Integration unserer Informations- und Kommunikationstechnologien unser Gesundheitssystem effizienter und intelligenter gestalten können“, sagte Kate Wu, Strategic Marketing Manager von TAITRA, der führenden gemeinnützigen Organisation für Handels- und Investitionsförderung in Taiwan. Im Rahmen der Konferenz stellten einige taiwanische Unternehmen ihre neusten Innovationen vor.

Virtual Reality zur Ausbildung von Gesundheitsexperten

So präsentierte etwa HTC DeepQ eine Virtual-Reality-Technologie, die zukünftig bei der Ausbildung von Ärzten unterstützen soll. Über die VR-Plattform können angehende Mediziner Anwendungen an lebensechten Modellen erlernen und üben – ohne Risiko und mit der Möglichkeit, die Behandlung ganz einfach zu wiederholen. Damit hat die Technologie das Potenzial, die Art und Weise, wie anatomisches Wissen vermittelt wird, zu revolutionieren.

KI verbessert die medizinische Versorgung

Auch voll ausgebildete Ärzte können vom IoT profitieren. Mit vernetzten und Cloud-fähigen Geräten möchte beispielsweise IEI zu einer besseren und effizienteren medizinischen Versorgung beitragen. Das Ziel ist eine KI-Komplettlösung, die leistungsstarke, Cloud-fähige Geräte und effektives Datenmanagement verbindet. Die aus diesen Daten generierten Erkenntnisse verhindern menschliche Fehler, erhöhen die Präzision von Diagnosen und machen den Workflow auf der Station effizienter.

Immer den richtigen Arzt finden

Einen weiteren Ansatz zur Digitalisierung von Krankenhäusern versprechen die Indoor-Positionierungs-Lösungen von STARWING. Mit dieser Technologie gehören Pager und PA-Systeme der Vergangenheit an. Das System kann in Notfällen den entsprechenden Spezialisten zimmergenau lokalisieren und kontaktieren. Zugleich wird dem Arzt der kürzeste Weg zum jeweiligen Ort des Geschehens angezeigt.

Netzwerklösungen für Krankenhäuser

Um die zunehmende Digitalisierung von Gesundheitsdaten zu bewältigen – und dabei zugleich Sicherheit zu gewährleisten – müssen Krankenhäuser auch ihre IT-Struktur grundsätzlich überarbeiten. Edgecore Networks präsentierte im Rahmen des MWC seine offenen Netzwerklösungen für Mobilfunknetze, Breitbandzugang, Rechenzentren und öffentliche WiFi-Implementierungen, die speziell an die Bedürfnisse von Krankenhäusern angepasst werden können. Zusammengenommen wirken sich diese Technologien nicht nur auf die Effizienz von Krankenhäusern aus. Bessere Abläufe, ein vollständigeres Bild der Patienten und praxisorientierte Ausbildungskonzepte stellen sicher, dass Ärzte die richtige Diagnose stellen und die optimale Behandlung bereitstellen können. Damit wirkt sich das IoT unmittelbar auf die Gesundheit der Patienten aus – und könnten uns in naher Zukunft bis zu fünf Jahre Lebenszeit mehr bescheren.